Patientenstimme U.B.

Patientin mit Bandscheibenvorfall

U.B. schreibt:



Es geschah im Garten bei der Arbeit. Ich bückte mich mit einem Grasfangsack in der Hand seitlich nach vorne und ,,zack“ fuhr mir ein Schlag ins Kreuz, dass mir vor Schmerz schwarz vor Augen wurde. Ich hatte einen ,,etwas anderen Bandscheibenvorfall ", ahnte es aber noch nicht, sondern dachte zunächst an einen Hexenschuss. Später begab ich mich zu meinem Hausarzt; er spritzte mir sogleich und an den folgenden Tagen noch mehrmals Schmerzmittel. Meine Beschwerden besserten sich allerdings nicht. Ich bekam ständig messerstichartige , kurze Schläge ins Kreuz. Ich ging zu einem Orthopäden, der mich röntgte und mir die erfreuliche Mitteilung machte, dass ich keinen Bandscheibenvorfall habe, sondern eine Skoliose im Lendenwirbelbereich. Auch er spritzte mir starke Schmerzmittel. Außerdem verschrieb er mir einen orthopädischen Gürtel, den ich von nun an tragen sollte, um meinen Rücken zu stützen. Meinen Einwand, dass sich damit meine Rückenmuskulatur noch mehr zurückbilden würde, wies er zurück. Gleichzeitig verschrieb er mir Krankengymnastik. Ich begann also mit der Gymnastik, quälte mich mehrere Wochen lang, musste sie aber dann abbrechen, da die Schmerzen immer schlimmer wurden. Zwei Wochen später ließ ich ein MRT anfertigen. Der behandelnde Arzt sah auch keinen Bandscheibenvorfall , vielmehr meinte er eine dornartige Ausbuchtung an einem Wirbel zu erkennen, der die ,,Messerstiche“ verursachte, die ich immer öfter und immer intensiver verspürte. Mit dieser Diagnose ging ich zu einem anderen Orthopäden. Dieser ließ sich auf diese Diagnose überhaupt nicht ein, war auch nicht bereit, die CD meines MRT's anzuschauen, sondern diagnostizierte ein chronisch rezessives LWS-Syndrom und behandelte mich mit Akupunktur, 10 Sitzungen lang, ohne dass irgendeine Besserung eingetreten wäre, vielmehr verschlechterte sich mein Zustand zusehends. Er riet mir zu einem Korsett. Mit meinen Röntgenaufnahmen und dem MRT ausgerüstet suchte ich eine Orthopädische Klinik auf. Hier wurden erneut Aufnahmen gemacht und jetzt lautete die Diagnose auf Lumboischialgie und ,,Verschleiß". Die Ärztin meinte, ich solle mich nicht so anstellen, ich müsse halt ab jetzt - ich war noch nicht einmal 50 Jahre alt - mit den Schmerzen leben und schließlich habe sie auch Rückenschmerzen. Mir wurden starke Rheumamittel verschrieben, die kurze Zeit später auf der schwarzen Medikamentenliste erschienen und aus dem Verkehr gezogen wurden. Meine nächste Station war ein Arzt, der sich auf Rückenleiden und Schmerztherapie spezialisiert hat. Er war ebenfalls nicht bereit, meine Aufnahmen anzuschauen. Vielmehr versuchte auch er es mit Akupunktur, aber eine andere Art. Nach der 5. Therapiesitzung brach er die Behandlung ab und riet mir, mich zu einem Psychologen in Behandlung zu begeben, meine von Tag zu Tag sich verschlimmernden Beschwerden seien psychischer Natur. Dieser Empfehlung leistete ich keine Folge, vielmehr begann ich an der herkömmlichen Schulmedizin und den Medizinern zu zweifeln. Diese Schmerzen, die Tag und Nacht bei nur kleinsten Bewegungen mir bis zu hundert Mal wie Messerstiche in den Rücken fuhren und dazu führten, dass ich nicht mehr sitzen und liegen, geschweige denn mich im Liegen drehen konnte, sollten eingebildet sein?

 Einen letzten Versuch unternahm ich mit dem Besuch bei einem Neurologen. Dieser schaute meine Röntgenaufnahme kurz an und stellte sofort die Diagnose: ,,Sie haben eine Art Bandscheibenvorfall, allerdings einen etwas ungewöhnlichen: eine Deckplattenhernie – die Bandscheibe ist in einen Wirbel eingebrochen und das Ganze hat sich stark entzündet.“ Gott sei Dank, jetzt hatte ich wenigstens eine Diagnose. Auch er verschrieb jenes bereits erwähnte und inzwischen aus dem Verkehr gezogene Rheumamittel und sprach von einer eventuellen Operation, falls keine Besserung eintreten sollte. Vollkommen verzweifelt schlug ich in den gelben Seiten meines Telefonbuches nach Alternativen zur Schulmedizin nach. Ich suchte nach einem Heilpraktiker oder Chiropraktiker, der in meiner Nähe praktizierte und zu dem ich zu Fuß hingehen konnte, da ich kaum noch in der Lage war, mich in ein Auto zu setzen, geschweige denn wieder auszusteigen. Das einzige, was ich konnte, war vorsichtiges Laufen. So kam ich also zu Dr. Janu, den mein Zustand sehr erschreckte. Später sagte er einmal zu mir: ,,Sie kamen wie eine alte, vollkommen steife Frau zu mir." Zuerst versuchte er mich einzurenken und meine unterschiedlichen Beinlängen zu korrigieren, musste aber davon absehen, da ich nicht auf der harten Liege und schon gar nicht bäuchlings liegen konnte. Geduldig versuchte er einige andere Schmerztherapien, bis er schließlich eine Behandlung begann, auf die ich ansprach. Schon nach der 2. Spritze merkte ich, dass die Anzahl und auch die Intensität meiner ,,Messerstiche“ etwas nachließen. Zusätzlich verordnete er mir noch homöopathische Medikamente, um meine Psyche wieder aufzurichten. Das geschah um so mehr, als ich eine solche Geduld und Verständnis - bis liebevolle Umsorgung schon sehr lange nicht mehr bei einem Arzt erfahren hatte. Von Behandlung zu Behandlung verbesserte sich mein Zustand und nach ungefähr 4 Wochen war ich schon soweit schmerzfrei, dass ich wieder mit Krankengymnastik anfangen konnte. Das Ganze ist jetzt schon fast 4 Jahre her. Heute arbeite ich wieder im Garten, als ob nichts geschehen wäre. Allerdings passe ich jetzt auf, dass ich mich rücken freundlich bewege und bücke, damit mir nicht noch einmal ein solches Missgeschick widerfährt.